Video-Gottesdienst an «Himmelfahrt» 21.05.2020 mit Pfarrer Jonathan Stubinitzky



Liebe Gemeinde und Besucher unserer Webseite,

nach 7 Wochen Gottesdienst-Lockdown während der Corona-Pandemie feierten wir an >Himmelfahrt< unseren dritten Gottesdienst in der Tanner Stadtkirche, unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregulatorien. Es war etwas ganz Besonderes wieder zusammen zu kommen und in der Gemeinschaft der Gläubigen unserem Herrn zu danken, zu loben und zu preisen, sowie durch das Hören der Worte der ‘Heiligen Schrift’ und deren Auslegung in der Predigt gestärkt zu werden. Unser Pfarrer Jonathan Stubinitzky predigte das Wort Gottes. Mit musikalischer Unterstützung unseres Kantors Thomas Nüdling an der Kirchenorgel und gesanglicher Begleitung durch Ramona Zentgraf. Wir wünschen allen, die das Video sehen, dass sie von dem Herrn der Herrlichkeit, der Himmel und Erde erschaffen hat, gesegnet werden.
Ihr Peter Wolf


YouTube-Video der Evangelischen Kirche Tann (Rhön):
Video-Andacht von Pfarrer Jonathan Stubinitzky an >Himmelfahrt<, den 21. Mai 2020.

Video-Andacht von Pfarrer Jonathan Stubinitzky im Kirchspiel Tann am 21.05.2020

Nachfolgend der Text zum Nachlesen bzw. als pdf-Download



Kurzgottesdienst/Himmelfahrt 21.05.2020, Kirchspiel Tann (Rhön), J. Stubinitzky, Pfr.

Das hohepriesterliche Gebet Jesu, Joh 17,1-26, besonders 20-26

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

In diesem Jahr seit März haben wir vor allem eines getan: gebetet. Füreinander. Miteinander. Tagtäglich, von Zuhause aus, von weitem, oder auch hier, in der Kirche, zwischen Kreuz und Osterkerze, vor dem Angesicht unseres Herrn.

Christi Himmelfahrt: Der Tag, an dem Jesus nicht einfach verschwunden ist, sondern es erfüllt sich: Gott-Vater hört sein Gebet. Bevor unser Herr in den Himmel auffährt, betet Jesus für uns. Seine Fürbitte fährt zunächst zum Himmel auf, und wir sind Zeugen, wie Gott-Vater hört, auch unsere Gebete, heute wieder.

Lied EG 119,1-3+5 Gen Himmel aufgefahren ist …

Wir lesen jetzt Gottes Wort für heute, abschnittsweise, aus dem Johannesevangelium, Kapitel 17:

1 Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; 2 so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben. 3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

Kyrie (im Gottesdienst aus „Deutsche Messe“ von Anna Marita Engel/Thomas Nüdling)

6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. 9 Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht.

Gloria (im Gottesdienst aus „Deutsche Messe“ von Anna Marita Engel/Thomas Nüdling)

Jesus sagt weiter:

11 Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.

Gebet

Himmlischer Vater,

wir sind in der Welt: Wir kommen aus ihr und stehen jetzt im Gebet deines lieben Sohnes Jesus Christus: Sieh unsere Not an, nimm all unsere Bitten, damit dein Name herrlich wird in uns, und du an uns vollendest, was du begonnen hast, ehe die Welt gegründet war, du, allmächtiger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

Jesus betet immer noch:

12 Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 13 Nun aber komme ich zu dir, und dies rede ich in der Welt, auf dass meine Freude in ihnen vollkommen sei. 14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15 Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18 Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. 19 Ich heilige mich selbst für sie, auf dass auch sie geheiligt seien in der Wahrheit.

Halleluja.

Predigt (Johannes 17,20-26)

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Krankheiten heilen, Tote auferwecken und ein Virus zum Teufel schicken – und mit ihm alles Verderben dieses Frühjahres: Wie gut käme das jetzt an, wenn Jesus das täte?

Aber er tut es nicht. Noch nicht. Denn vorher kommt was anderes: Letzten Sonntag, Rogate, da ging’s um unser Gebet: Betet, betet, betet!, war die Botschaft. Heute stellt sich Jesus selbst hin, und betet, zu seinem Vater im Himmel. Und wir werden Zeugen von ganz viel Persönlichem. Ehe Jesus von seinen Jüngern geht, hören wir, was ihm auf der Seele brennt.

Krank, tot und die Menschheit aus heiterem Himmel von einem Drama überfallen ohnegleichen und auf Jahre geschwächt. Hatte nicht Jesus gesagt, „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“? Und jetzt geht er auch noch von uns, gen Himmel, und wir selbst sitzen da, höchst vereinzelt, so manche in weite Ferne gerückt, gegenseitig, oft genug, füreinander.

An dieser Stelle geht sie weiter, die Fürbitte Jesu für uns, und er hört nicht auf zu beten, heute, an seinem Himmelfahrtstag:

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. 24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Das alles steht im Johannesevangelium, Kapitel 17, die Verse 20-26.

Wer ist hier in wem? Vater und Sohn, sind sie nun zusammen, oder ist der eine auf Erden und der andere ganz weit weg? Und die Menschheit? Jesus bittet um Einheit, aber sie ist es alles andere, wie wir dasitzen, so vereinzelt. Jeder mag auf sich allein gestellt sein, und manchmal vereinigt auch nur der Gedanke: „Mit den anderen geht’s auch nicht viel besser als mir.“ Das ist nichts Schönes.

Halt! Es verbindet uns noch etwas anderes als nur dieser Gedanke: Ein paar Zeilen früher sagt’s Jesus: „Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein“, sagt er zu seinem Vater. Wer sagt das noch, in der Bibel? Haben Sie das schonmal gehört? „[W]as mein ist, das ist dein“ (Lk 15,31)? Das sagt auch der barmherzige Vater im Gleichnis vom Verlorenen Sohn zum älteren Sohn, der zuhause geblieben war, vielleicht musste er‘s: „[W]as mein ist, das ist dein“. Da gab‘s noch den jüngeren Sohn. Wie war’s mit dem? Der Vater fällt ihm um den Hals und küsst ihn (vgl. Lk 15,20), ihn, der aus einem fremden Land kommt. Was waren das für Zeiten, als das noch erlaubt war? Mich tröstet, dass es auch Familienmitglieder sind. Ein Hausstand. Wieder. Von Neuem.

Nun betet aber hier Jesus im Johannesevangelium, er erzählt nicht einfach eine Geschichte wie vom Verlorenen Sohn, sondern er verrät ganz viel von sich, dem Sohn Gottes und seinem Vater. Beide sind mehr als ein Hausstand. Sie sind ein Gott und ein Herr. Der Vater sendet den Sohn und der fährt auf in den Himmel, damit er auch die zu sich holt, die die Folgen einer Pandemie Gott in die Arme treiben: Darum geht’s. In diesen privaten Momenten zwischen Jesus und seinem Vater. Und die sind offen für uns alle. „Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind“. Gottes Hausstand ist es, der hier gilt. Gott hat keine Berührungsängste mit unseren Nöten.

Und Jesus? Er war auch nicht auf Rosen gebettet. Abschied zerreißt ihm das Herz, bevor er betet. Seine Lieben erst einmal nicht mehr sehen. ‚Von Angesicht zu Angesicht‘ – das war einmal. Die Jünger hier, Jesus da: mehr als Auseinandersitzen.

Hinter sich die Zeichen und Wunder, vor sich das Kreuz. Mutterseelenallein. Er muss das aushalten, wie so viele menschliche Nöte, und er hat es ausgehalten. Zur Verherrlichung seines Vaters. Wozu das Ganze?

– Damit wir werden wie Jesus Christus. Was sein ist, das ist forthin unser: Gottes Kinder sein. Und Gott ist unser Vater. Mit allem, was dazugehört. „[E]r ist unser / wir sind sein.“, singen wir manchmal (EG 251,1).

Wir müssen nicht an irgendwelchen Verschwörungstheorien unserer Zeit hängen, wir müssen uns nicht streiten, wer das Kunjunkturprogramm unserer Erlösung bezahlen soll; wir haben das Heil zum Greifen nahe in Christus, Gottes Sohn, dem alle Macht gehört, im Himmel und auf Erden. Noch betet er:

Für die, die in Wohnung gebunden oder ans Krankenbett gefesselt sind, betet Jesus:

„[I]ch habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren“. Für die Einsamen betet Jesus: „Ich bitte für sie. [F]ür die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein.“ Und für die, die schon gestorben sind, betet Jesus erst recht: „[Vater,] auf dass [der Sohn] ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben.“ (je Vers 12.9.2)

Für die, die Gott ihren Vater nennen, wie Jesus das tat, für die, die genau so zum Vater beten, und mit ihrem ganzen Leben in seiner Macht stehen, denen allen gilt‘s: Der aufgefahrene Herr Jesus Christus schwebt nicht fern; er ist nah und näher, als wir jemals denken könnten. Und der, der eins ist mit Gott-Vater, verherrlicht sich in allem, was zurzeit auf Erden passiert: Nichts an dieser Krise ist vergeblich, und nichts zufällig.

‚Wo also ist die Macht Jesu Christi?‘ ‚Und was wird aus uns?‘ Immer wenn uns jetzt diese Frage kommt, dann gilt: Gott weiß es schon seit Grundlegung der Welt. Der Heidelberger Katechismus sagt es nicht seit diesem Jahr, sondern schon seit 457 Jahren:

„Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes, durch die er Himmel und Erde / mit allen Geschöpfen / wie durch seine Hand / noch erhält und so regiert, / dass Laub und Gras, / Regen und Dürre, / fruchtbare und unfruchtbare Jahre, / Essen und Trinken, / Gesundheit und Krankheit, Reichtum und Armut / und alles andere / uns nicht durch Zufall, / sondern aus seiner väterlichen Hand zukommt.“ [Hervorhebung J. St.]

Wozu das Ganze? Zur Verherrlichung Gottes: dass er’s mit allem tut, was er uns erleben und auch erleiden lässt: Dürre / unfruchtbare Jahre, / ich ergänze: Wirbelstürme, / Misserfolg, / Mangel, / Krankheit / und alles andere. – Wir denken dann allzu schnell, „es wird uns was weggenommen“. – Aber es liegt doch alles nur in seiner Hand, der’s uns gegeben hat, und der wusste, was er tut, längst bevor die Welt wurde: Was mein ist, ist auch dein. Und wir erfahren’s jetzt: Gottes Macht in unserem Leben, wenn alles, was wir sind und haben, auch wirklich sein ist, und wenn wir alles aus seiner Hand nehmen, damit wir eins seien, eins mit unserem Gott, ganz fest verbunden, auch untereinander – natürlich! –, und alle, denen noch Gottes Herrlichkeit durch uns erscheinen wird.

Erfolg und Fruchtbarkeit, Fülle und Gesundheit, Reichtum und Herrlichkeit – alles das steht denen noch bevor, die eins sind mit unserm Gott, denn was sein ist ist auch unser, weil Jesus Christus für uns betet, zu Gott, unserem Vater.

Amen.

Lied EG 122,1-3 Auf Christi Himmelfahrt allein …

Fürbitten

Lieber Himmlischer Vater,

gerechter Vater unseres Herrn Jesus Christus und Dreieiniger Gott,

wir bitten dich für deine allmächtige und gegenwärtige Kraft, mit der du geschaffen hast, erhältst, und regierst, und die uns das Beten lehrt.

Wir danken dir für alles Lebensnotwendige, solange und soweit wir’s haben, im Namen deines Sohnes Jesus Christus, und bitten dich: Hilf allem Mangel ab, und wann immer wir ihn haben, dass du verherrlicht werdest in uns.

Wir danken dir für alle, die jetzt besonders in wichtigen Tätigkeiten für Staat und Gesellschaft unterwegs sind, Versorgungsketten sicherstellen, aber auch in allmählich wieder einsetzenden Bereichen von Bildung und Kultur, und bitten dich: Bewahre vor schlimmerem Übel, vor Missbrauch und Ausnutzen der Lage.

Wir danken dir für diejenigen, denen du viel Verantwortung auferlegt hast, die Jesu Gebet zum Helfen antreibt und die das Entscheiden, das uns allen zum Guten dienen soll, und wir bitten dich: Lass in allen großen und kleinen Dingen dein Name an uns herrlich werden, damit nichts an Zufall zu uns redet, sondern dein heiliger Geist verbindet, und wir spüren: Es sind unendlich geliebt sind, / die da fragen, / die da leiden, / die der Ewigkeit nahe sind oder schon zu ihr eingegangen.

Vaterunser / Agnus Dei (gesungen)

Segen

Der Herr segne uns und er behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel

Himmelfahrt-Gottesdienst mit Pf. Stubinitzky
Himmelfahrt-Gottesdienst mit Pf. Stubinitzky
Himmelfahrt Gottesdienstbesucher
Himmelfahrt Gottesdienstbesucher
Kirchenorgel mit Th. Nüdling und R. Zentgraf
Kirchenorgel mit Th. Nüdling und R. Zentgraf

Wichtiger Hinweis – Tägliche Telefonandachten:
An dieser Stelle wollen wir nochmals auf das Angebot der täglichen Telefonandachten hinweisen. Unter der Rufnummer 0561 9378-380 ist täglich die Andacht eines Pfarrers oder einer Pfarrerin aus Hessen zu hören.


Aufrufe: 226