Video-Gottesdienst an «Pfingstsonntag» 31.05.2020 mit Pfarrer Jonathan Stubinitzky



Liebe Gemeinde und Besucher unserer Webseite,

am Pfingstsonntag, den 31. Mai 2020 feierten wir unseren Gottesdienst in der Stadtkirche im Kirchspiel Tann unter besonderen Voraussetzungen. Unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln kamen die Gläubigen zusammen, um gemeinsam unserem Herrn zu danken, zu loben und zu preisen, sowie durch das Hören der Worte der ‘Heiligen Schrift’ und deren Auslegung in der Predigt gestärkt zu werden. Mit musikalischer Unterstützung von unserem Kantor Thomas Nüdling an der Kirchenorgel. Unser Pfarrer Jonathan Stubinitzky predigte das Wort Gottes. Wir wünschen allen, die das Video sehen, dass sie von dem Herrn der Herrlichkeit, der Himmel und Erde erschaffen hat, gesegnet werden.

Das Pfingstwunder
1 Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. 2 Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; 4 und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Apostelgeschichte 2,1-4 – Luther 1912

Ihr Peter Wolf


YouTube-Video der Evangelischen Kirche Tann (Rhön):
Video-Andacht von Pfarrer Jonathan Stubinitzky an >Pfingstsonntag<, dem 31. Mai 2020.

Video-Andacht von Pfarrer Jonathan Stubinitzky im Kirchspiel Tann am 31.05.2020

Nachfolgend der Text zum Nachlesen bzw. als pdf-Download



Kurzgottesdienst/Pfingstsonntag, 31.05.20, Kirchspiel Tann (Rhön)
Jonathan Stubinitzky, Pfr.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Was will das werden? – An diesem Pfingstsonntag, zu dem ich Sie alle herzlich begrüße.

Ein paar Erprobungsläufe in der Stadtkirche, heute in den meisten Kirchen unseres Kirchenkreises: Gottesdienst mit ‚restriktiven Maßnahmen‘, also Barrieren, wohin das Auge blickt. –Bleibt ein Risiko, dass was schief geht? Was will das werden?

Die Frage aus dem heutigen Predigttext soll uns auch weiterhin beschäftigen.

Lied EG 130,1+3 O heilger Geist kehr bei uns ein …

Pfingstpsalm 118/EG 747

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen! 26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN. 27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars! 28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. 29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Gebet

Lieber Vater im Himmel!

Wir danken dir, dass wir heute, am heiligen Pfingstfest, miteinander Gottesdienst feiern dürfen, zusammen mit unseren Dörfen, mit vielen Gemeinden in Landeskirche und Kirchenkreis.

Wir bitten dich in dieser Stunde besonders für deinen Geist: in uns und um uns, für ein Leben mit deinem Geist, das uns ausmacht, wofür wir Feuer und Flamme sind.

Komm zu uns mit deiner Kraft, die Grenzen durchbricht, und Krankheiten fern hält, dass wir einander verbunden sind und verstehen, uns füreinander einsetzen und aufeinander achten, Herr, in deiner heiligen Nähe, unter uns und in der ganzen Christenheit, im Namen Jesu Christi, deines Sohnes, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

Lesung Apostelgeschichte 2,1-13

Erster Teil der Geschichte ‚vom Pfingstwunder‘; der zweite Teil folgt in der Predigt

Das Pfingstwunder
1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 8 Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? 9 Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, 11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. 12 Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Halleluja

Lied EG 135,1+3 Schmückt das Fest mit Maien …

Predigt Apostelgeschichte 2,14-21

Liebe Gemeinde zum Hohen Pfingstfest,

„[w]as will das werden?“ Eine Multi-Kulti-Gesellschaft kommt zusammen, draußen; in einem Haus ein Stimmengewirr, mehr als in einer Kneipe oder auf dem Markt. Mal ehrlich, für mich sind das mittlerweile ungewohnte Orte; fragen Sie mich nicht, ob da mehr als 100 Leute zusammengekommen sind. Drin haben sie – keine Maske vor dem Mund, sondern eine Zunge auf dem Kopf (das stelle ich mir ja noch fotogener vor), zerteilt wie von Feuer. 

Drumherum also die jüdische Gemeinde aus lauter Fremden aller Herren Länder, von denen es heißt: „Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?“ – Den einen steht immer noch der Mund offen, die anderen zerreden die ganze Sache mit ihrer eigenen Theorie nach dem Motto: ‚Manche saufen sich die Lage schön.‘

Es muss eine Weile gedauert haben, bis jeder merkt: Irgendwas ist anders. Stille. Eine Gruppe wird wichtig, und davon tritt einer auf den Plan, der noch wichtig werden wird. Wir hören, wie es in Apostel-Geschichte zwei weitergeht, in den Versen 14-21:

Die Pfingstpredigt des Petrus
14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; 16 sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5): 17 „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20 die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. 21 Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.“

Bis hierher redet Petrus erstmal. Bis hierher erklärt Petrus denen da draußen, was die anderen schon wissen: Aber – kein hohes Fest der Kirche. Kein Lobgesang; von wegen „Dies ist der Tag, den der HERR macht“, nichts von „freuen und fröhlich an ihm sein“. Er spricht von trüben Tagen, und es wird noch kommen der Tag des Herrn, auf dass die gerettet werden, die des Herrn Namen anrufen.

Gerettet, wovon? Von was soll uns Gott retten? – Suchen Sie sich was aus! – Was will das werden? Gottesdienste haben zurzeit ein Problem. Im Hause des Herrn Zusammenkommen ist schwieriger geworden. Wie das alles zustandekommt, man muss es nicht verstehen, man muss es nur aushalten und sich dran halten.

Liebe Gemeinde,

„[I]ch will Wunder tun“, sagt Gott. Wirkliche Wunder. Und sein Wunder ist nicht die Misere der Jahreszeit. Es ist auch nicht, dass da vor langer Zeit eine Großveranstaltung zusammengekommen ist – als es noch erlaubt war:

die drinnen, die draußen, / die Einheimischen, die Fremden, / die Fröhlichen, die Fertigen, / und die, für die Wein das Mittel der Wahl ist, jedenfalls können sie damit gut von sich auf andere schließen, und von eigenen Problemen ablenken, statt Petrus zuzuhören: „[D]as ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist […][:] Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.“

Gottes Geist vereint und er geht voraus in Petrus.

Und wer ihm zuhört, „alles Fleisch“, von dem die Rede ist, „und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen“.

Gottes Geheimnis statt Ratlosigkeit. Große Aussichten statt trübe Theorien. Kein Blatt vor dem Mund über das, was uns ausgegossen ist: Gottes Geist, der allen zusammen eine Sprache einhaucht, wie sie Jesus seinen Jüngern verheißen hat und Petrus denen erklärt, die’s nicht kapieren: Gott selbst macht von seinen großen Taten reden, auch jetzt, ganz gewiss.

Was will das werden?, in einer Zeit, die uns spüren lässt: Es kann nicht ewig so weitergehen.

Da ist Pfingsten keine Episode von wer weiß wann, sondern knallharte Wirklichkeit:

Um uns herum lauter ‚restriktive Maßnahmen‘, jedem ins Gesicht geschrieben, und egal, ob man sie ‚Verbot‘ nennt oder das Gegenteil höflich in eine Bitte gießt: „Würden Sie bitte …“. Gesundheit auf Abstand – bei uns geht es nur mit Restriktionen. Aber wir können noch so viel Plexiglas liebgewinnen oder sonst irgendetwas; davon wird niemand gesund, und gerettet erst recht nicht.

Ein Stimmengewirr, was jetzt richtig ist – bei uns geht es nur mit Restriktionen. Und ach so viele Demonstrationen – na kein Wunder! Aber „[w]er den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.“

Von was soll uns Gott retten? Erinnern Sie sich? – Was will das werden?

Wo Gottes Geist schon in uns brennt, da gilt dieses Wort:

„[E]ure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun“. Haben Sie aufgepasst?:

Söhne, / Töchter, / Jünglinge, / Alte, / Knechte, / Mägde – Gottes.

Wer davon sind Sie? – Auf jeden Fall sind’s lauter verschiedene Leute. Genau wie unsere Gesellschaft von heute. Liebe Gemeinde, an Pfingsten hat nicht mehr jeder seinen Kopf.

Wir sollen mit Gottes Geist mit einer einzigen Stimme reden. Dafür steht die Zunge aus Feuer. Wir bekommen den einen Geist, ganz gewiss. Und wir werden das Zeichen, wie‘s funktioniert, wir Christen. Das will was werden!

Auf, träumen wir von Gottes Taten in dieser Zeit! Sein Geist war schon immer mit uns, wenn’s brenzlig wurde.

Auf, rufen wir seinen Namen an! Sein Geist brennt in uns, wo wir auf Rettung hoffen, von ihm höchstpersönlich.

Und auf, gehen wir mutig dem ‚großen und herrlichen Tag des Herrn‘ entgegen! Denn da wird der Name des Herrn herrlich sein, und wir gerettet.

Amen.

Lied EG 136,1+7 O komm, du Geist der Wahrheit …

Fürbitten

Lasst uns den Namen des Herrn anrufen, und um seinen Geist bitten:

für die an Covid-19 Erkrankten, und die, die für die Kranken dasind und sich gegen Schlimmeres einsetzen,
für die, die wirtschaftlich schwer getroffen sind, und die sich Sorgen um die Zukunft machen müssen,
für die, die verängstigt sind, stark betroffen von restriktiven Maßnahmen, oder mit Vorgaben überfordert.

Lasst uns den Namen des Herrn anrufen, und um seinen Geist bitten:

für die Staatsleute und die Vertreter unserer Gesellschaft, die immer wieder Mittel und Wege finden müssen zwischen Restriktionen und Lockerungen,
für die weltweite Christenheit, die das Evangelium immer wieder neu erfährt, erlebt und weiterträgt als das Wunder, in der Einheit dieses Geistes,
für die Weltgemeinschaft, dass dein Geist des Friedens die Krisenregionen erreicht – wir denken an die Ukraine, aber auch Afrika und Nahost und viele andere Gegenden,
und für die, die unter allem leiden, was nicht vom Geist Gottes reden macht.

Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist,
wir danken dir für die Rettung, die du uns verheißt,
für Träume und Gesichte in diesen Tagen,
für Glaube, Liebe und Hoffnung, die da in uns wachsen,
bis dass deine Einheit allein zu uns spricht,
in der wir gemeinsam zu dir beten: 

Vaterunser

Lied EG 171,3+4 Bewahre uns Gott, …

Segen

So segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Orgelnachspiel


Gottesdienst am Pfingstsonntag mit Pf. Stubinitzky

Der Altarraum
Stadtkirche Tann: Altarraum & Kreuz Jesu

Kirchenorgel mit Th. Nüdling und R. Zentgraf
Kirchenorgel mit Th. Nüdling und R. Zentgraf

Wichtiger Hinweis – Tägliche Telefonandachten:
An dieser Stelle wollen wir nochmals auf das Angebot der täglichen Telefonandachten hinweisen. Unter der Rufnummer 0561 9378-380 ist täglich die Andacht eines Pfarrers oder einer Pfarrerin aus Hessen zu hören.


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