Ostern fällt aus? – NEIN!


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Evangelische Kirche Tann-Rhön

Liebe Gemeinde!
„Ostern fällt aus!“ So stand es letzte Woche in der Zeitung. Nein, Ostern fällt nicht aus, denn es geschah vor mehr als 2000 Jahren in Jerusalem. „So behaltet im Gedächtnis, dass Jesus Christus auferstanden ist von den Toten.“ schreibt der Apostel Paulus aus dem Gefängnis an seinen Mitstreiter Timotheus, damit alle Menschen, die in einer verzweifelten Lage sind, wissen: Christus ist auferstanden, er ist nicht mehr im Tod gefangen.

Wir sind mitten in der Karwoche und feiern am Ende dieser Woche das Osterfest. In dieser Woche verdichtet sich alles, was unseren christlichen Glauben ausmacht: Unsere menschliche Erfahrung von Schuld, Leid und Tod und Gottes Antwort darauf: Vergebung, Neuanfang und neues Leben im Licht der Auferstehung.

Es schmerzt nicht nur uns Pfarrer, auch viele andere Menschen in den Gemeinden unseres Landes vermissen die Gottesdienste dieser Woche ganz besonders: Jesu Weg nach Jerusalem, wo er von begeisterten Massen bejubelt wird an Palmsonntag, sein letztes Festmahl mit den Freunden, unser Abendmahl an Gründonnerstag, der Verrat, seine Verhaftung und sein Tod am Kreuz an Karfreitag von aller Welt verlassen, sein Gang in die Tiefen des Todes, wo Gott ihm die Hand reicht, um ihn in ein neues Leben zu führen und seine Begegnung mit den Jüngerinnen und Jüngern am Ostermorgen, die ihn zunächst nicht erkennen, denn dieses neue Leben ist nicht wie das, was war.

Besonders werde ich wohl  in diesen Tagen an die Osternachtsfeier denken, die wir  sonst am Theobaldshof als Kirchspielgottesdienst gefeiert haben: Das Treffen in der Dunkelheit am Osterfeuer vor der Kirche. Der Einzug in die Kirche, wo alles noch dunkel ist und kein Lichtstrahl die Finsternis durchbricht. Werden wir im Dunklen bleiben? Hat der Tod gesiegt? Selbst die Kirche wirkt in der Dunkelheit fremd und wenig einladend. Die Menschen flüstern, der Klang der unsicheren Schritte in der Kirche und viel Stille. Dann endlich: der schwache Schimmer einer Kerze und in der Dunkelheit beginnt es zu leuchten, bis zu Gesängen und Lesungen aus der Bibel dann die ganze Kirche im Lichterglanz erhellt ist und ganz am Ende des Gottesdienstes die Morgensonne in den Altarraum scheint. Wer diesen Gottesdienst einmal miterlebt hat, weiß wieviel Hoffnung und Aufbruch in dieser Ostermorgenfeier steckt.

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finsteren Lande scheint es hell.“ (Jesaja 9,1). Besonders in dieser Zeit, wo Krankheit und Tod vielen Menschen so nahe kommt, hätten wir den Trost dieser Auferstehungsfeier und der anderen Ostergottesdienste auch so sehr gebraucht.

Dennoch wissen wir und sollen im Gedächtnis behalten, so schreibt Paulus, der selbst gerade in einer schweren Situation ist, dass Jesus Christus auferstanden ist von den Toten. Das ist Ostern.

Was aber ausfällt, sind nicht nur die Gottesdienste, auch die Familientreffen im großen Kreis, das Feiern mit Freunden draußen in der Sonne, denn das Wetter ist wunderbar.

Ostern wird in diesem Jahr ganz anders sein. Aber es werden auch – wie schon in den vergangenen Woche – viele Lichter brennen, die Dunkelheit hell machen und Zuversicht und Hoffnung verbreiten: Die vielen schönen Aktionen und Ideen , die Menschen momentan landauf landab haben, die so viel Zusammenhalt zeigen, obwohl wir ja getrennt sein müssen. Gestern Abend habe ich einen Bericht über die Feuerwehr in Aachen gesehen, die ein Lied von Udo Jürgens  aufgenommen hat „Und immer wieder geht die Sonne auf“ und diesen Chorgesang mit einem Lautsprecherwagen durch die Straßen verbreitet.

Von uns Pfarrern sollen Sie wissen, dass wir in dieser Woche besonders an Sie alle denken und für sie beten. Wir halten Predigten zum Mitnehmen in der Stadtkirche bereit und verteilen sie auch auf den Dörfern. Sie können ihre Sorgen aufschreiben und in unsere Fürbittenbox legen. Wenn wir abends um 19.00 Uhr mit dem Glockengeläut zum Beten einladen, werden wir sie mit in unser Gebet aufnehmen. Zünden auch sie eine Kerze an, kommen für ein paar Minuten zur Ruhe und richten ihre Gedanken auf Gott, der alleine helfen kann und uns Kraft und Zuversicht geben will.

Pfarrerin Heike Dietrich mit herzlichen Grüßen an alle, auch von Pfarrer Stubinitzky

Bekanntmachungen:

  • Die Osterkerzen, die wir sonst in der Osternacht verteilen stehen in der Stadtkirche zum Mitnehmen bereit und werden in den Dörfern verteilt! Solange der Vorrat reicht.
  • Bis zum 3.5.2020 sind weiterhin alle Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen ausgesetzt.
  • Unsere Stadtkirche ist immer offen zum Verweilen und Beten. Sie finden dort Gebete und Andachten in gedruckter Form zum Mitnehmen. Ebenso unsere Dorfkirchen am Sonntag.
  • Unser Pfarrbüro ist weiterhin besetzt. Wir halten die Türe geschlossen. Bitte klingeln sie oder wenden Sie sich gerne auch telefonisch oder per Mail an uns!
  • Die neuen Heimatglocken sind teilweise verteilt worden. Wer keine im Briefkasten vorfindet, kann sie sich in der Stadtkirche holen.
  • Viele Informationen und auch Andachten finden sie auch auf unserer Homepage. Bitte nutzen sie auch diese Möglichkeit!
  • Die Beerdigungen finden im Moment im engsten Familienkreis und draußen am Grab statt.
  • Anstelle der Geburtstagsbesuche melden wir uns telefonisch bei Ihnen.

Fürbitte:

In unserer Gemeinde ist verstorben: Frau Helga Hofmann aus Tann im Alter von 85 Jahren. Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung fand am 3.4.2020 im engsten Familienkreis auf dem Friedhof Tann statt. Wir bitten für unsere verstorbene Schwester: „Gott nimm sie in Gnaden auf in dein Reich. Tröste alle, die um sie trauern. Gib ihnen die Gewissheit, dass nichts uns von dir trennen kann, selbst der Tod nicht!“

Aufruf an alle:
In diesen Tagen der Isolation ist es besonders wichtig, weiter Gemeinschaft im Glauben zu leben. Wir beteiligen uns mit unseren vier Kirchen an der Aktion „Licht der Hoffnung“ und bitten alle, abends um 19.00 Uhr eine Kerze zu entzünden und ins Fenster zu stellen. Zum Klang der Glocken beten wir für die Menschen in unserer Stadt und unseren Dörfern – jeder für sich und doch alle gemeinsam – ein stilles Gebet mit unseren persönlichen Anliegen und das Vaterunser. Wir wissen uns darin mit allen verbunden und von Gott gehalten. Bitte schließen Sie auch die Menschen anderer Länder mit ein.

Von unserer Gemeinde wird immer einer jeden Abend die Osterkerze entzünden und in der Kirche beten. Wir stellen eine Box in der Stadtkirche auf, in der Sie ihre Gebetsanliegen einwerfen können. Wir werden sie in unsere Gebete mit aufnehmen.

Segen to go – eine Aktion unseres Kirchenchores:

Segen to go 02 - Karte Luthersegen
Segen to go 02 – Karte Luthersegen

Ebenso im Eingangsbereich unserer Kirche finden Sie Kärtchen an einer Leine aufgehängt zum Mitnehmen mit einem Segensspruch und einem Segenslied unseres Kirchenchores mit dem Link und einem QR-Code zum Hören auf dem Youtube-Kanal „KiMuTann“. Sie können die Kärtchen auch auf unserer Homepage aufrufen.

Im Namen des Kirchenvorstandes grüße ich Sie alle herzlich! Bleiben Sie im Gebet verbunden!
Ihre Pfarrerin Heike Dietrich