Livestream Gottesdienst am 07.02.2021 ab 11:00 Uhr aus der Kaufunger Stiftskirche


Bischöfin Dr. Hofmann und Bischof Dr. Gerber

Am 7. Februar 2021 sind die Kirchengemeinden eingeladen, einen Gottesdienst zur Einstimmung auf den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 (ÖKT) zu feiern. «schaut hin» (Mk 6,38) – das Leitwort des 3. ÖKT – soll Grundlage für den Gottesdienst sein. Am sogenannten Kirchentagssonntag möchten wir Ihnen daher den Gottesdienst des Bistums Fulda und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck aus der Kaufunger Stiftskirche empfehlen, der live ins Internet übertragen wird. 

Bischöfin Dr. Hofmann und Bischof Dr. Gerber laden dazu ein, «von zu Hause aus über den Bildschirm teilzunehmen und über die Internetseiten unserer beiden Kirchen mit uns verbunden zu feiern». Der Live-Stream beginnt um 11 Uhr; das Video ist auch im Anschluss weiter über die Internetauftritte der Kirchen abrufbar.
Quelle: https://www.ekkw.de/veranstaltungen/31995.htm


In eigener Sache: Aufgrund der derzeitigen Wetter- und Straßenverhältnisse haben wir uns schweren Herzens entschieden, den eigenen Gottesdienst-Livestream aus unserer Stadtkirche in Tann abzusagen. Vielen Dank für Ihr/Euer Verständnis.
Euer Online-Gottesdienst-Team
Gott segne Sie/Euch!


Auszug von der Webseite der EKKW: LINK

Kassel / Fulda (medio). Hoffnungsvolle Zeichen der Ökumene sollen im Jahr 2021 weiterleuchten, verstärkt und neu gesetzt werden – das ist die erklärte Absicht der Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Beate Hofmann, und dem Bischof des Bistums Fulda, Dr. Michael Gerber. Ein erstes gemeinsames Zeichen in diesem Jahr soll der Gottesdienst am Ökumenischen Kirchentagssonntag (7.2.) sein, teilten Landeskirche und Bistum mit. 

Neu wahrnehmen und Blick verändern

In der Kaufunger Stiftskirche greifen Bischöfin Dr. Hofmann und Bischof Dr. Gerber das Leitwort des Kirchentags auf. ‚Schaut hin‘, das heiße: «Schaut hin und nehmt wahr, was schon da ist. Hier geht es nicht um einen Blick, der abschätzt, taxiert und verurteilt, sondern um einen Blick, der wertschätzt, der Möglichkeiten entdeckt und das noch unentdeckte Potenzial sieht», sagt Bischöfin Hofmann. Bischof Gerber ergänzt: «Dieses ‚Schaut hin‘ ist nicht einfach nur Leitwort einer nach jetziger Planung digital stattfindenden Veranstaltung. Nein, dieses Wort Jesu hat das Potential, uns gerade jetzt, in dieser Zeit, herauszufordern. Es hat die Kraft, unsere Haltung zu prägen und unseren Blick auf die Welt zu verändern.»


Am Gottesdienst wirken weiterhin liturgisch mit: Dekanin Carmen Jelinek, Kirchenkreis Kaufungen, und Dechant Martin Gies, Dekanat Kassel-Hofgeismar. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst durch Bezirkskantor Martin Baumann (Orgel), Jochen Engel (Saxophon) und Mitgliedern des Vokalensembles aus dem Jazz- und Gospelchor.

Gemeinsames Schreiben setzt hoffnungsvolle Zeichen der Ökumene

Ende Januar hatten sich Hofmann und Gerber in einem gemeinsamen Schreiben an ihre Kirchengemeinden gewandt. Darin erinnern sie an die besonderen Herausforderungen der letzten Monate in der Corona-Pandemie und das Miteinander beider Kirchen, in dieser Krise Zeichen der Zuversicht und der Hoffnung zu setzen. Hofmann und Gerber sind überzeugt: «Ökumenische Initiativen lindern und helfen, wo sie nur können.»Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Kassel) und Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda). (Fotos: medio.tv/Schauderna & Bistum Fulda)

Der gemeinsame Brief im Wortlaut:

Liebe Schwestern und Brüder
in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und im Bistum Fulda!

Wir beide wenden uns erstmalig in dieser Form an Sie, die Sie zu unseren Kirchen gehören und vor Ort engagiert Zeugnis geben von der Kraft des Evangeliums. Davon sind wir ermutigt, gerade in schwerer Zeit. So wurde uns am Weihnachtsfest neu zugesagt: «Fürchtet Euch nicht» (vgl. Lk 2,10). Mögen diese Worte in unseren Herzen Resonanz finden, gerade jetzt, wo wir die Zerbrechlichkeit des Lebens so deutlich spüren. Gott der «Immanuel – der Gott mit uns» (vgl. Jes 7,14) geht mit uns in dieser schwierigen Zeit.

Wir spüren, wie schwierig diese Pandemiezeit ist. Sie hält schon so lange an und wir wissen nicht, wie lange noch: Wir sind «Corona-müde» und «Abstands-müde» und «Bildschirm-müde». Wie gern würden wir endlich einmal wieder miteinander singen und feiern – und doch benötigen wir noch Geduld und Ausdauer. Dabei können wir aber auch mit einer grundlegenden Erfahrung in Berührung kommen, die wir vielleicht selbst schon einmal machen durften: Wir wissen nicht weiter, sind resigniert oder traurig. Da wachsen uns plötzlich neue Kraft und neuer Mut zu, unerwartet – weil eben andere an uns denken und uns durch ihr Gebet mittragen. Gott schenkt uns diese Kraft. Im Mittelalter standen die Krankenhäuser oft unter dem Patronat des Heiligen Geistes, den wir als den «Atem Gottes» bezeichnen: Die Sorge für Kranke und Sterbende schien – wie der Einsatz so vieler in dieser Pandemie – allein menschlich gesehen nicht zu bewältigen. Darin fand also die tiefe Überzeugung ihren Ausdruck, dass es für einen «langen Atem» den Geist Gottes braucht, um die nächsten nötigen Schritte gehen zu können. Bitten wir Gott um seine Hilfe, dass wir gerade jetzt weiterhin liebevoll füreinander und unsere Mitmenschen einstehen können.

Solche Krisen können auseinanderreißen oder zusammenführen. Bislang haben wir uns nicht auseinanderreißen lassen. Im Gegenteil: Überraschendes ist geschehen mitten in der Krise: kreativ gestaltete Gottesdienste – mit Abstand, digital, im Freien, Seelsorge findet am Telefon statt oder am Fenster; Verbundenheit entsteht über eine Einkaufstüte an der Haustür oder ein Kärtchen im Briefkasten; Fürbitten, Predigten, Gottesdienstvorschläge und gute Gedanken hängen an der Leine, liegen in den Kirchen aus und können mitgenommen werden usw. Wir können so vieles und haben so viel Neues auf den Weg gebracht.

Wir sind «von Marburg über Kassel und Fulda bis nach Hanau» schon lange und intensiv gemeinsam auf dem Weg. Wir können vielfach gar nicht anders – es ist – Gott sei Dank – zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wir haben gemeinsam schwierige und traurige Situationen erlebt und sind ihnen gemeinsam begegnet. Gemeinsam haben wir getrauert und gemeinsam gedenken wir, z. B. in Hanau und in Volkmarsen. Gemeinsam erleben wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Und gemeinsam setzen wir Zeichen der Hoffnung: Ökumenische Initiativen lindern und helfen, wo sie nur können.

Hoffnungsvolle Zeichen der Ökumene sollen im Jahr 2021 weiterleuchten und verstärkt werden, neue sollen gesetzt werden:

Ein erstes gemeinsames Zeichen in diesem Jahr ist der gemeinsame Gottesdienst am Ökumenischen Kirchentags-Sonntag, dem 7. Februar 2021. Wir beide feiern mit Ihnen Gottesdienst in digitaler Form, der aus der Stiftskirche in Kaufungen, einem ökumenischen Ort, zu Ihnen kommen wird. So laden wir Sie ein, von zu Hause aus über den Bildschirm teilzunehmen und über die Internetseiten unserer bei- den Kirchen mit uns verbunden zu feiern.

Am 5. März findet in vielen Gemeinden der jährliche Weltgebetstag statt, der dieses Jahr aus Vanuatu im Südpazifik kommt. Trotz Corona wird vielerorts auf kreative Weise in ökumenischer Gemeinschaft Weltgebetstag gefeiert.

Vom 13. bis 16. Mai wird dann der 3. Ökumenische Kirchentag von Frankfurt aus und darüber hinaus dezentral stattfinden. Es ist wegen der Pandemie nicht möglich, viele Menschen nach Frankfurt ein- zuladen, daher wird er nach einem Beschluss der Verantwortlichen digital stattfinden. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, vor Ort, in Ihrer Gemeinde, in der Gruppe (in der zu jenem Zeitpunkt möglichen Form) oder verbunden über Bildschirme, den Ökumenischen Kirchentag zu erleben. Holen Sie ihn nach Hause, ins Wohnzimmer, in den Kirchgarten, in die Ökumene vor Ort. Über die genauen Veranstaltungen werden unsere beiden Verantwortlichen (Frau Pfarrerin Ute Engel und Herr Diakon Dr. Stefan Wick) in den kommenden Wochen informieren. Wir hoffen derzeit, dass wir dann ökumenisch verbunden auch real zusammenkommen können.

«Schaut hin» (Mk 6,38) – so lautet das Leitwort des Ökumenischen Kirchentages. Es stammt aus der Geschichte von der Speisung der Vielen – und es passt in die Welt, in der wir gerade leben. In einer Notsituation fordert Jesus dazu auf, genau hinzuschauen, im scheinbaren Kleinen den wertvollen Beitrag für die Linderung der Not zu entdecken. Wir werden herausgefordert, zu entdecken, was uns bereichert – auch in unserem ökumenischen Miteinander. Wir werden aufgefordert, die Potentiale und Ressourcen zu sehen und nicht nur die Defizite oder wechselseitigen Überforderungen.

Unser gemeinsamer Impuls ist die Frage: Was ist unser gemeinsamer Auftrag in dieser Welt, in dieser Zeit? Was dürfen wir wagen, was müssen wir wagen, um als Kirche sichtbar und erfahrbar zu sein? Wie leben wir gemeinsam eine Kirche, die nicht um sich selbst kreist, sondern das Miteinander und Füreinander in der Welt lebt und fördert?

Wir haben – wohl auch bleibend – unterschiedliche Blickrichtungen und sicher auch blinde Flecke, und es ist gut, sich darüber auszutauschen. Und wir haben jeweils Ressourcen und Potenziale, die mehr ermöglichen, wenn wir sie zusammenbringen und teilen. Am Ende geht mehr, als wir dachten und für möglich hielten, in unserem Ort, unserem Stadtteil, unserem Land.

So gehen wir gemeinsam und voller Vertrauen weiter in das ökumenische Jahr 2021/2022: Gott selbst segne unser Mühen, Tasten und Fragen und begleite unsere Aufbrüche!

In herzlicher Verbundenheit grüßen Sie – in der Gebetswoche für die Einheit der Christen – aus Kassel und Fulda

Ihre

Dr. Beate Hofmann und Dr. Michael Gerber

(25.01.2021)


Hintergrund: Ökumenischer Kirchentagssonntag

Am 7. Februar 2021 sind Kirchengemeinden und Pfarreien – nicht nur im Bereich der Gastgebenden Kirchen, sondern bundesweit – eingeladen, einen Gottesdienst zur Einstimmung auf den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 zu feiern. «schaut hin» (Mk 6,38) – das Leitwort des 3. ÖKT – soll Grundlage für den Gottesdienst sein. Aufgrund der Corona-Pandemie wird dieser Ökumenische Kirchentag anders ausfallen, als ursprünglich geplant: Konzentrierter, dezentraler und digitaler soll er am Himmelfahrtswochenende von Frankfurt am Main aus stattfinden. Er wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt. (01.02.2021)